Die Domäne

Geschichte

Der Park von Beervelde, in der Nähe von Gent, im Herzen von einer Strecke die bekannt ist für seinen Gartenbau, hat eine Größe von mehr als 20 Hektare und wurde 1873 im englischen Landschaftsstil entworfen mit dem Zweck, als Schaufenster für den jungen Gartenbau von Gent zu dienen. Seit seiner Entstehung gehört er den Grafen de Kerchove de Denterghem. 

Allgemein

Heute, beinahe 135 Jahre später, ist es erstaunlich festzustellen, dass dieser Name noch immer verbunden ist mit dem Aufstieg des Gartenbaus. Graf André de Kerchove de Denterghem war Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins, der die Floralien zu Gent organisiert. Der Park von Beervelde wird verwaltet von seinem Bruder, Graf Renaud. Dieser bemüht sich, wie es ursprünglich die Absicht war, zum Ruhm des belgischen Gartenbaus beizutragen. Zusammen mit anderen Kleinodien findet man im Park eine Sammlung blattverlierender Azaleen, wobei ein besonderer Akzent auf die Gruppe der historisch wichtigen winterharten „Gentse Azalea's" (hardy Ghents in Englisch, oder Pontica-Hybriden) gelegt wird.

Der Park ist auch wegen seines Kellers bekannt, der Dank des Talentes des zeitgenössischen Malers Roger Raveel in einer Art dreidimensionalen Kunstwerks verzaubert wurden, wo Wirklichkeit und Fiktion sich treffen … 

Ein Blick 

Fotos können deutlich besser als Worte darstellen, wie der Park von Beervelde aussieht. Surfen Sie nach www.parkvanbeervelde.be, wählen Sie dort den gewünschten Monat aus, und Sie werden sehen, was der Park dann zu bieten hat.

Der Park von Beervelde heute, eine spannende Verbindung von Natur und Kultur 



Der Park von Beervelde ist nicht allein der Rahmen der zweimal jährlich stattfindenden „Gartentage von Beervelde", er ist außerdem einer der schönsten Landschaftsparks in Belgien und zu jedem Augenblick des Jahres einen Besuch wert.

Englischer Landschaftstil 



Der Park wurde 1870, in der Zeit der Romantik, im Stil englischer Landschaftgärten angelegt. Die Grundidee dieses Stils war es, auf einer verhältnismäßig kleinen Oberfläche (in Beervelde 25 ha) alle Elemente einer idealen natürlichen Landschaft zusammenzubringen: Romantische Aussichten, sanft hügelige Weiden, die Illusion einer Lichtung in einem großen Wald, gewundene Pfade, eigentümlich geformte Wasserpartien, kleine Brücken, märchenhafte Gebäude … 

Die Regel des Spiels lautet: „Es ist künstlich angelegt, muss aber natürlich aussehen!" 

Die ursprüngliche Anlage und die heutige Pflege entsprechen vollkommen dieser Vorstellung. 

Im völligen Kontrast zur hiesigen Landschaft, die gänzlich eben und geradlinig ist, findet sich im Park eine idealisierte Landschaft. In der Ferne, ohne wirklich weit entfernt zu sein, sieht man inmitten eines Sees eine Insel, das von einem Fluss gespeist wird, der sich mäandernd seine Weg durch das wellige Grasland bahnt.

Woodland Gardening
 


Dieselbe Spielregel „Es ist künstlich angelegt, muss aber natürlich aussehen!" wurde auch im bewaldeten Teil des Parks angewandt. Die Arbeiten, die man vornimmt, müssen unsichtbar bleiben. Engländer gebrauchen hierfür den Ausdruck „woodland gardening". Durch intensive, dem Betrachter aber verborgen bleibende Eingriffe, hält man hier auch eine große Verschiedenartigkeit von Biotopen in Stand. Diese Vielfalt trifft man auf solch kleiner Fläche niemals von Natur aus an. Das Ergebnis dieser Anstrengungen besteht nicht nur natürlich in wirkenden Biotopen für eine große Variationsbreite an Pflanzen und Tieren, sondern erzeugt auch einen ästhetisch besonders angenehmen Platz, an dem der Besucher die verschiedenen Stimmungen fühlen kann, die ein Wald zu bieten hat. Und das, ohne weit laufen zu müssen. 

Drei Gebäude verdienen Aufmerksamkeit 

1) Die Villa, die anstelle des früheren Schlosses erbaut wurde 


1947 wurde das Schloss (70 Jahre nach seiner Entstehung) abgerissen, da es als unwohnlich betrachtet wurde. Auf den Fundamenten errichtete man ein „Einfamilienhaus", die heutige Villa, die jetzt, 60 Jahre später, auch nicht mehr wirklich komfortabel erscheint.

1966 gestalteten Roger Raveel, Etienne Elias, Lucassen und Raoul De Keyser den Mittelgang des Kellers in ein dreidimensionales Kunstwerk um, in dem die Realität, z. B. der Besucher, und die Malerei unbemerkt ineinander übergehen. Angesichts des desolaten Zustands – abblätternde Farbe etc. – fragt man sich, ob das Werk als zeitweilige Installation gedacht war oder ob eine Restaurierung angebracht wäre. 


2) Das Kutschhaus 

Das schlossartige Kutschhaus ist ein stimmungsvolles Ensemble von Gebäuden mit Anklängen an den Tudor-Stil, angeordnet um einen reizvollen Innenhof. Man erkennt noch deutlich, wo früher Kutschen und Pferde standen, und auch, wo seinerzeit Kühe gehalten wurden. 


3) Ein Pavillon hinter dem Teich



Viele Besucher rätseln über die Funktion dieses Pavillons war und ist. Obwohl einige Dokumente belegen, dass er einstmals als „poolhouse" genutzt wurde, ist eher anzunehmen, dass er ausschließlich als Blickfang in der künstlich gestalteten Landschaft gedacht war.


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